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Bilderlastiger Tourberich von den Seealpen

Verfasst: 01.10.2005, 14:04:34
von Jochen167
Dieses Jahr führte meine Sommer-Alpentour nach Frankreich. Nachdem ich in den letzten Jahren Österreich, Schweiz und Italien näher erkundet habe, musste mal eine andere Gegend der Alpen ins Programm genommen werden.

Mein Eindruck der diesjährigen Reise ist folgender: Landschaftlich und fahrtechnisch sind die Seealpen der absolute Hammer!!
Für engagierte Fahrer bieten sich tausende von Kurven an. Bei manchen Pässen fehlen einfach jegliche Geraden. Kurve geht in Kurve über – ein Paradies für Roadsterfahrer. Ich habe die Tour terminlich auf Anfang September gelegt, um den französischen Sommerferien auszuweichen. Dies hat sich gelohnt, da auf vielen Pässen keinerlei Verkehr herrschte. In Südfrankreich ist es wohl auch so, dass langsamere Fahrzeuge auch sehr schnell Platz machen wenn die wilde Meute von hinten kommt. Man höre und staune – sogar Wohnmobilfahrer sind zur Seite gefahren, dass kenne ich sonst aus keinem Land.

Insgesamt waren wir 6 MX5e und ein SLK auf der Tour. Sie ging über 10 Tage und war vom Startpunkt aus bis zurück ca. 3800 km lang. Davon fuhren wir nur das Nötigste über Autobahnen, da dies ja nicht das bevorzugte Revier unserer Roadster ist.

Der erste Tag der Reise war noch nicht von den Alpen geprägt. Erst mussten wir mal nach Süden kommen. Zielpunkt war Spiez am Thuner See in der Schweiz. Unser Hotel war das Hotel Aquawelle direkt am Ufer des Thuner Sees. Preis/Leistungsverhältnis stimmen und die Zimmer sind zwar nicht die modernsten, aber man hat eine kleine Terasse mit Aussicht über den See. Die Preise für Essen sind schweiztypisch nicht unbedingt als billig anzusehen.

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Am zweiten Tag fuhren wir weiter nach Süden durch das Aosta-Tal über den Großen und dann über den Kleinen St. Bernhard.

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Zwischen diesen Pässen bieten sich herrliche Ausblicke auf den Mont Blanc.
Durch seine Höhe ist der Berg dauernd Schnee bedeckt und sehr fotogen.

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Kleiner Tipp: bei Saanen abbbiegen Richtung Gstaad und den Col du Pilon und Col de la Croix mitnehmen. Kostet kaum Zeit aber bietet schon mal erste schöne Eindrücke auf dass was noch kommt.

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Weiter ging es über den Col de l´Iseran. Oben auf 2770m bieten sich herrliche Ausblicke.

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Über den Col du Mont Cenis ging es zu unserem Hotel in Bussoleno. In dieser Gegend Italiens hat es sich als sehr schwierig erwiesen, ein Hotel zu finden. Ich habe zwar alle Hotelzimmer vorgebucht, das hilft in Italien aber herzlich wenig. Es ist relativ schwer, ein Hotel mit wenigstens Mitteleuropäischem Standart zu erwischen. Anscheinend sind die Hotels dieser Gegend fast ausschließlich auf Wintersport ausgerichtet und im Sommer ist die Auswahl dürftig.

3. Tag
Wir kommen jetzt langsam ins Herz der Seealpen. Da die direkte Verbindung gesperrt war (was natürlich erst an der Baustelle angeschrieben war – also 1 Stunde sinnlos hochgefahren) haben wir eine Ausweichroute über Bardonecchia – Sallé gefahren. Dies war kein Fehler: die Straße über Pian del Colle ist ein sehr schönes Natursträßchen mit schönen geschwungenen Kurven und schöner Landschaft.

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Danach kam der Col d´ Izoard. Eine wunderschön zu fahrender Pass, schön ausgebaut mit tollen Spitzkehren und ohne Gegenverkehr. Nach Herzenslust kann „hochgeheizt“ werden. Auf der Passhöhe befindet sich ein kleine Rastplatz auf dem man die Aussicht genießen kann. Gleich nach der Passhöhe wird dieser Pass aber erst richtig interessant. Felspyramiden und tolle Mondlandschaften begrüßen den Fahrer. Wenige Kilometer nach der Passhöhe ist ein weiterer Parkplatz den man unbedingt ansteuern sollte um diese tollen Felsformationen zu bewundern.

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Der nächste Pass, der Col de Vars ist ebenfalls sehr interessant und Kurvenreich.

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Weiter geht’s zum Col de la Bonette. Der höchste geteerte Pass in den Alpen mit über 2800 Metern. Leider spielt das Wetter nicht ganz so mit und es ist bedeckt. Dies hat aber den Vorteil, dass die Spitzkehren feucht sind. Fahrer mit Hinterradantrieb wissen was jetzt folgt: wild wedelnde Autos kommen um die Ecken!! Beschäftigt durch dauerndes Gegenlenken kommen wir dem Pass entgegen. Gerüchteweise war dieser Pass wegen Bauarbeiten gesperrt, aber wir konnten eigentlich kein Schild entdecken. Jedenfalls war an einigen Stellen der Asphalt noch heiß, weich und durch die Feuchtigkeit stark dampfend – ein toller Eindruck beim Befahren. Unsere Reifenprofile sind für die nächsten Jahre auf dem Pass konserviert. Oben, fast auf Passhöhe muss man darauf achten, die Ringstraße um den Gipfel zu benutzen.

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Auf der Abfahrt findet man nach ein paar Kilometern ein kleines verfallenes „Dörfchen“ direkt an der Straße. Die ehemalige Kaserne bietet Häuschen in jedem Stadium des Verfalls.

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Weiter geht’s nach Süden zu unserem Etappenziel in Puget-Théniers, dem Hotel „Alize“. Insgesamt hatten wir 3 Übernachtungen in dem Hotel. Es kann bedenkenlos weiterempfohlen werden. Die Preise sind in Ordnung und auch das Restaurant direkt am Hotel hat uns sehr gut bewirtet. Auch sind mehrere Restaurants und eine Pizzeria in unmittelbarer Nähe, falls die französische Küche nicht zusagt.

4. Tag
Auf dem heutigen Programm stehen die Pässe im Herzen der Seealpen und ein Abstecher zur Mittelmeerküste. Von Puget-Théniers aus geht es über den Col de St. Raphael nach Osten. Dieses kleine Pässchen bietet schon viele sehenswerte Stellen und Einblicke in die Bergwelt.

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Nach einem kurzen Intermezzo auf einer vierspurigen Straße geht’s bei Castagniers hoch auf die Berge. Leider verlässt uns da die Technik bei unserem „Gastfahrzeug“, dem SLK. Zum Glück ist Nizza nicht weit weg und ein Notdienst kommt nach einiger Zeit zur Reparatur.

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Durch diese unfreiwillige Pause können wir unser heutiges Tagesprogramm nicht ganz durchziehen, aber trotzdem doch die wichtigsten Pässe befahren.
Viel Freude haben uns die Straßen in der Gegend Castagniers, St. Antoine, Levens gemacht. Ohne viel Verkehr und gut ausgebaut, natürlich mit genug Kurven.
Dann knöpfen wir uns die Städte Nizza und Monaco vor. Als erstes muss man sich dabei auf sehr viel Verkehr und lange Wartezeiten einstellen.

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Zwischen den beiden Städten gibt es mehrere Verbindungen. Die N7 bietet dabei sehr gute Aussichtsmöglichkeiten auf die Mittelmeerküste. Sie ist die mittlere der 3 Verbindungen.

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Bei Menton geht’s wieder hoch nach Norden in die Berge. Gleich danach wird auch der viele Verkehr wieder besser und wir kommen wieder in die gewohnte Einsamkeit.
Bei Sospel beginnt einer meiner persönlichen Favoriten: der Col de Turini. Weltbekannt als ehemalige Sonderprüfung bei Nacht während der früheren Rallye Monte Carlo, der Nacht der langen Messer. Meiner Meinung nach ist dieser Pass aber nicht ganz so spektakulär, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Zwar bietet er wirklich sehr viele Kurven und Spitzkehren, aber ein optischer Höhepunkt fehlt diesem Pass.

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Mein geheimer Traum erfüllt sich und die Straßen sind noch feucht – driften ist also angesagt. Es gelingt mir durch die sehr vielen Schaltmanöver, meine Kupplung fast zum Glühen zu bringen. Auf Passhöhe angekommen, kann ich durch die rutschende Kupplung nur noch unsauber schalten. Allerdings bin ich mindestens 15 bis 20 Minuten bei sehr hohen Drehzahlen rumgekurvt (7000 und mehr) um die Kurven auch „artgerecht“ zu nehmen. Oben bietet sich aber Gelegenheit um die ganze gequälte Maschinerie wieder auskühlen zu lassen.

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Die Abfahrt nach Westen gestaltet sich sehr eng, fast zu eng um die Strecke wirklich flüssig zu befahren. Den Col de Braus konnten wir dann leider wegen Zeitmangels nicht mehr befahren.

5. Tag
Schwer zu sagen, ob dieser Tag oder der nachfolgende der Höhepunkt der Reise war. Begonnen haben wir mit einer Schlucht, die absolut sehenswert ist, der Cians-Schlucht. An der Einfahrt von Süden bietet sie zuerst viele hohe Sandsteinwände, die sich fast senkrecht nach oben ziehen.

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Danach wechselt die Schlucht schnell ihre Farbe von Gelb nach Rot und wird dann immer interessanter. Durch schwere Gewitter in der Nacht ist die Straße übersät mit kleinen und größeren Felsbrocken. Es heisst also aufpassen auf unsere Autos! Der Räumdienst ist aber relativ effektiv und die Straßen sind bald frei geräumt.

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Das Farbenspiel dort ist sehr beeindruckend. Rote Felsen korrespondieren mit grauem Wasser und hellgrünen Pflanzen. Durch die Schlucht tobt ein reisender Fluß.

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Nächster Pass ist der Croix de Valsberg. Danach beginnt eine Abfolge von einigen der besten Pässe, die ich je gefahren bin. Die Cols de Champs und Allos.

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Enge Naturstraßen mit ihren Wellen, Flickstellen und engen Kurven laden zum Genießen ein. Keinerlei Verkehr ist unterwegs. Absolute Einsamkeit empfängt uns. Der Straßenbelag ist rau und griffig, bietet also viel Spaß am Fahren. Diese Pässe bestechen nicht so durch ihre Landschaft sondern eher durch ihren Anspruch an die Fahrer.

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Das Gleiche kann man vom nächsten Pass behaupten, dem Col de la Cayolle.

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Danach kamen wir in eine weitere Schlucht der Dalius-Schlucht.

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Ähnlich rote Felsen wie am Morgen empfangen uns, allerdings scheint mir diese Schlucht noch eindrucksvoller zu sein. An manchen Stellen kann man kilometerweit in andere Schluchten einblicken, man fährt durch enge Tunnel und Felsen überragen die Fahrzeuge.

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Bei der Ausfahrt aus dieser Schlucht bemerke ich, dass ich zum ersten Mal an diesem Tag in den fünften Gang komme, so viele Kurven bot die ganze Strecke! Auf dem Rückweg zum Hotel liegt ein kleines verträumtes Städtchen, Entrevaux. Sehr sehenswert an einem Hang gelegen, gekrönt von einer Festung des berühmten Festungsbauers Vauban. Das Städtchen besteht fast nur aus mittelalterlichen Häuschen und engen Gassen. Sogar mit Farrrädern hätte man wohl so seine Schwierigkeiten, voran zu kommen.

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6. Tag
Der heutige Tag liegt ganz im Zeichen des Canyon du Verdon. Dies ist eine riesige Schlucht in der Provence, die oft mit dem Grand Canyon in den USA verglichen wird. Die Verdon-Schlucht ist in Europa bestimmt so gut wie einmalig – mit dem richtigen Grand Canyon lässt sie sich aber nicht messen.
Die Schlucht lässt sich auf mehreren Wegen umrunden. Da gibt es zum Einen die Route de la Lavande und die Corniche Sublime.

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Zum Anderen gibt es eine Panoramastraße auf der Nordseite, die Route des Cretes. Diese Straße darf man keinesfalls auslassen. An den vielen Aussichtspunkten dort bieten sich atemberaubende Ausblick in die Tiefen der Schlucht und auf die Felswände gegenüber. Senkrecht fällt das Gebirge ab, manchmal mehr als 400m.

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Dazu kommt noch ein sehr starker Wind, der uns fast von den Füßen weht.

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Manchmal war sogar gutes festhalten angesagt:

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Geier kreisen zu Dutzenden an den Steilhängen und von anderen Menschen ist fast nichts zu sehen. Wer einmal in diese Gegend kommt, sollte sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen. Man sollte für den Canyon aber mindestens 4 – 5 Stunden einplanen.

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Im weiteren Tagesverlauf geht es weiter nach Westen durch die Provence zum Fuß des Mont Ventoux. Die Strecke dort hin besticht durch ihre Einsamkeit und durch die wunderschön geschwungenen Kurven, die zum genussvollen Fahren einladen.

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Nördlich von Sault, im Dörfchen Aurel beziehen wir unser Hotel, das „Relais du Mont Ventoux“. Meiner Meinung nach das schönste Hotel unserer Reise – sozusagen ein Geheimtipp.

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Die Zimmer sind in einem verwinkelten mittelalterlichem Haus nur über enge Treppen und Stiegen zu erreichen und urig eingerichtet, die Chefin kann sehr gut Deutsch, ist sehr freundlich und lächelt immerzu sehr hintergründig. Wir waren uns nie sicher, ob sie über uns lächelt oder uns nur anlächelt. Das Menü am Abend war eines der Besten, die ich seit langer Zeit genossen habe, die Weine sind ebenfalls gut ausgesucht. Lediglich die Spezialität Lavendel-Eis ging mir nicht so nahe. Beim Probieren ist mir als erstes „tiefgekühlte Seife“ eingefallen, wohl wegen dem Geruch des Lavendels. Sehr preiswert ist dieses Hotel auch noch!

7. Tag
Wir beginnen mit der Auffahrt zum Mont Ventoux. Das Wetter spielt nach schweren Gewittern in der Nacht mit und die Sonne lacht uns entgegen. Ein windungsreiches Sträßchen führt zum Gipfel – diese Straße ist wieder mal sehr wellig und mit engen Kurven bestückt. Fahrerisch wieder das Richtige, um wach zu werden.

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Ab ca. 500 Höhenmetern unterhalb des Gipfels wird die Straße dann breiter und ist sehr modern ausgebaut. Für meinen Geschmack zu guter Zustand. In mehreren breiten Windungen führt die Straße dem Gipfel entgegen. Oben auf dem Gipfel spielte das Wetter leider nicht so mit und wir waren in den Wolken. Unterhalb der Wolkendecke boten sich aber grandiose Ausblicke weit ins Land hinein. Bei schönerem Wetter ist es bestimmt unvergesslich dort.

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Nächstes Ziel ist die Stadt Avignon. Leider ist die Stadt – eventuell durch starke Überschwemmungen ein paar Tage zuvor – vollkommen mit Autos verstopft, so dass es uns nicht gelingt auch nur einen Parkplatz zu ergattern.

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Wir müssen die Stadt links liegen lassen und fahren nach Norden Richtung Orange und Montelimar durch wirklich wunderschöne Landschaften.

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Als Ausgleich für Avignon wird kurzerhand die Schlucht der Ardeche angefahren. Teilweise ähnlich beeindruckend wie die Verdon-Schlucht aber nicht ganz so gigantisch. Landschaftlich sehr schöne Straßen führen an der Oberseite der Schlucht entlang.

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Wir übernachten dann in Montelimar im Hotel „le Sphinx“ – auch wieder ein sehr schönes Hotel mit Zimmern voller alter Möbel und sehr ansprechend. Preis/Leistung ist auch sehr gut.

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Allerdings ist von einem Restaurant ca. 50m rechts vom Hoteleingang abzuraten. So schlecht gegessen wie dort haben wir auf unserer ganzen Reise nicht.

8. Tag
Über kleine Landstraßen geht es nordwärts zu den Pässen Col de la Bataile und Col de la Machine. In dem direkten Umfeld liegen sehr viele schöne kleine Passstraßen die wieder sehr gefällig zu fahren sind.

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Stundenlang ist uns so gut wie kein Fahrzeug begegnet.

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Anschließend an den Col de la Machine ist die Combe Laval. Eine tolle Schlucht mit einer sehenswerten Straße durch Felsen und kleine Tunnel. An der Talseite stürzt die Felswand teilweise bis zu 600m senkrecht bergab. Diese Pässe sind nicht allzu hoch, aber der fahrerische Anspruch ist doch gegeben. Viele schöne Aussichtspunkte laden zu einer kurzen Rast ein.

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Eigentlich hätte man in dieser Gegend noch viele Stunden verbringen können, aber wir hatten noch etliche Kilometer vor uns. Es ging südlich an Grenoble vorbei zum Col du Galibier. Durch die vielen vorhergehenden Kilometer schon etwas ausgepowert, forderte dieser Pass nochmals alle Fähigkeiten. Die letzten Kilometer vor der Passhöhe erfordern volle Konzentration. Die Straße geht sehr steil bergauf und enge Kurven ohne jegliche Seitenbegrenzungen laden zu Fahrfehlern ein. Jegliche Anhaltspunkte für Kurvenradius usw. fehlen, da man immerzu am Kurvenaußenrand in den Himmel blickt.

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Oben allerdings entschädigt die etwas anstrengende Auffahrt. Überall ist die Straße noch vollgepinselt mit Anfeuerungen für die Teilnehmer der Tour de France.

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Übernachtet wird in St. Jean de Maurienne im Hotel Europa. Ein günstiges Hotel, allerdings auch nicht besonders ansprechend. Essen kann man aber gut dort.

9. Tag
Zur allgemeinen Freude ist das Wetter heute wieder strahlend und die Sonne lacht uns entgegen.

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Der heutige Tag beginnt mit der erfolglosen Suche nach der Montvernier-Serpentinenstraße. Leider war sie nicht ausgeschildert und wir mussten auf einer anderen Straße hochfahren.

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Diese Verbindung zum Col de Madeleine war allerdings im späteren Verlauf unbefestigt und hat unsere Roadster doch etwas an die Grenzen der Offroad-Fähigkeiten gebracht. Aber bei jeder großen „JochenTour“ ist so ein kleines Schmankerl dabei.

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Die Etappe führt uns weiter an Albertville vorbei zum Aravis Höhenfahrweg. Das Wetter spielte leider nicht so mit und wir mussten diesen Panoramaweg bei Nebel befahren.

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Aus diesem Grunde habe ich Tempo rausgenommen und bin diese Straße nur in gemäßigtem gefahren. Bezeichnenderweise ist dann bei einer kleinen Rast folgendes passiert: bei den NB´s (MX-5 neues Modell) kochte das Kühlwasser über! Mal wieder ein Grund für mich, die Pässe in kühlluftfreundlicherem Tempo zu befahren … grins
Die alten MXe mit Klappscheinwerfern haben dies natürlich klaglos überstanden!

Es ging weiter in Richtung des Genfers Sees. Mein analoges Navi (Mandy) hat mich zielsicher wie immer über die schönsten Sträßchen und Kurven geleitet. Wo ein enges Sträßchen in der Nähe war – wir haben sie befahren. Allerdings bekomme ich die Namen der Pässe nicht mehr alle zusammen.

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Übernachtung war dann am Ufer des Genfer Sees in Meillerie im Hotel „les Terasses“. Schöne Zimmer mit Blick über den See, allerdings mit horrenden Preisen fürs Essen. Wohl schon mal ein Vorgeschmack auf die Preise in der Schweiz.

10. Tag
Heute ist unser Abreisetag. Die Gruppe löst sich auf, einige bleiben noch einen Tag, andere fahren eine andere Strecke gen Heimat. Die meisten fahren quer durch die Schweiz und bei Bern fahren wir dann entgültig getrennte Wege, da unser analoges Navi wieder nach Hause muss.

Fazit der ganzen Reise:
Die Seealpen, Cote d´Azur, Provence und Savoyen sind absolut sehenswerte Gegenden. Interessanter als viele doch schon bekannte Teile der Alpen.
Landschaftlich sehr abwechslungsreich.

Fahrerisch ist die Gegend ein Paradies für mich gewesen. Allerdings sollte man sich hüten auch nur einmal von der Straße abzukommen. Der Asphalt ist meist viel höher als das umliegende Gelände und jedes Abkommen kann schwere Schäden nach sich ziehen.

10 Tage mit vielen Stunden im Auto können anstrengend sein – wenn ich nochmal so ne lange Tour organisieren werde, sind Ruhetage eingeplant.
Je nach Anspruch der Streckenführung sind Tagesetappen von 250 – 350 Kilometern mehr als ausreichend, insbesondere bei Fahrten in Gruppen. Ich hatte 3 Tage dabei, die mehr als 400km hatten. Fast schon zu lange!
Als fahrerisch anspruchsvollste Gegenden würde ich die Bereiche Col de Turini und Col de Allos einstufen. Wie schon gesagt: Gegenverkehr und Geraden glänzen durch völlige Abwesenheit.
Landschaftlich sind auch diese Gegenden herausragend, dazu kommt noch der Canyon du Verdon und Mont Ventoux.
Das buchen der Hotels erweißt sich als relativ schwierig. Es ist schwer, an gute Hotelverzeichnisse in Frankreich heranzukommen. Jedenfalls dann, wenn man wie ich keine große Ahnung von Frankreich hat. Internet hilft zwar weiter, aber Frankreich ist da wohl noch eher als Entwicklungsland einzustufen. Ohne Kenntnisse in Französisch ist man aufgeschmissen. An dieser Stelle mein Dank an Daniel, der mir grade darin sehr geholfen hat!!
Als beste Internetseite hat sich http://www.logis-de-france.fr/de/index.htm herausgestellt. Die Auswahl an Hotels ist sehr groß und zeichnen sich durch einen guten Standart aus. Wir haben mehrere Hotels dieser Vereinigung gebucht und sie haben sich als durchweg gut erwiesen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark man doch den MX-5 klaglos „ausquetschen“ kann. Bei vielen langen Passauffahrten haben wir das Letzte aus unseren Autos rausgeholt. Motor- und Fahrtechnisch. Alles haben die Autos ohne Probleme überstanden. Man darf nicht vergessen, dass manche der teilnehmenden Fahrzeuge schon 13 Jahre alt waren! Diese absolute Zuverlässigkeit macht einen großen Teil des Erfolgs des Autos aus. Und wer selbst einen MX-5 engagiert fährt, weiß wie viel Spaß das Auto durch seine Direktheit macht. Besonders durch das Fehlen jeglicher elektronischer Zwangsmaßnahmen (ABS jetzt mal abgesehen).

Wie bei den meisten meiner größeren JochenTours besteht die Gruppe aus Leuten, die schon mal mitgefahren sind und aus neuen, vorher unbekannten Teilnehmern. Wie immer hat sich diese Gruppe aber gut verstanden, besonders da die Interessen ja die Gleichen sind und man zwischendurch auch etwas fachsimpeln kann.

Jetzt, da die Sommertour vorbei ist, beginnen die Vorbereitungen für die Wintertour in die Dolomiten. Teilnehmen dürfen allerdings nur heckgetriebene Roadster – grade im Schnee auf 2400m ein tolles Erlebnis……

Bis dann!

Verfasst: 03.10.2005, 22:40:28
von tomato
Sehr schön herausgearbeitet Jochen, bringt das Erlebnis natürlich nur unzureichend wieder aber das ist ja immer so.
Wir wissen ja, wie´s war. 8)

PS: Ich frag mich übrigens immer noch, wer diese riesige Betonfläche da blau angemalt hat. :wink:

Verfasst: 04.10.2005, 15:07:36
von Jochen167
tomato hat geschrieben:PS: Ich frag mich übrigens immer noch, wer diese riesige Betonfläche da blau angemalt hat. :wink:
Ich vermute mal es war ein patriotischer Franzose .... sie rufen doch immer "Allez les bleues" (oder so ähnlich geschrieben) - vielleicht ein Beitrag zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ... trotzdem hätten wir vielleicht doch ne kleine Drifteinlage auf der "Betonfläche" machen sollen? :lol:

Verfasst: 04.10.2005, 19:11:24
von erdna
und das wo ich seit März kein Urlaub mehr hatte :staun:

glaub ich muß mir da mal eine Tour vormerken.

Danke für den schönen Bericht

Verfasst: 07.10.2005, 19:47:06
von redmx
erdna hat geschrieben:und das wo ich seit März kein Urlaub mehr hatte :staun:

glaub ich muß mir da mal eine Tour vormerken.

Danke für den schönen Bericht
Sag Bescheid! Jochen mußte den Termin ja so unmöglich legen, daß ich diese Tour nicht mitfahren konnte. :(

@Jochen: Tolle Fotos, toller Bericht. Nächstes mal will ich aber wieder mit. :lol: Ich hoffe nur, das Deine nächste Wintertour nicht mit meiner nächsten Prüfung kollidiert. :?

Gruß, Markus

Verfasst: 08.10.2005, 12:57:48
von Jochen167
redmx hat geschrieben:@Jochen: Tolle Fotos, toller Bericht. Nächstes mal will ich aber wieder mit. :lol: Ich hoffe nur, das Deine nächste Wintertour nicht mit meiner nächsten Prüfung kollidiert. :?
Gruß, Markus
Kann dich eventuell beruhigen Markus .... als Termin hab ich die Tage direkt vor mandy´s Winterfahrertreffen eingeplant - dann kann ich vielleicht endlich mal beides verbinden :D

Verfasst: 08.10.2005, 18:48:54
von redmx
Jochen167 hat geschrieben:Kann dich eventuell beruhigen Markus .... als Termin hab ich die Tage direkt vor mandy´s Winterfahrertreffen eingeplant - dann kann ich vielleicht endlich mal beides verbinden :D
Ich hab wahrscheinlich Anfang Februar meine nächste Prüfung. Wann ist das Wintertreffen? *hibbel* :wink:

Gruß, Markus

Verfasst: 08.10.2005, 21:19:56
von Jacky777
Hi Jochen,

ich muß ehrlich gestehen, so einen tollen Bericht habe ich noch nie gesehen !!!

Und die Bilder: jepp, neidvoll guck :-)

LG Jacky

Verfasst: 09.10.2005, 16:45:32
von Jochen167
redmx hat geschrieben:Ich hab wahrscheinlich Anfang Februar meine nächste Prüfung. Wann ist das Wintertreffen? *hibbel* :wink:
Gruß, Markus

Könnte dann bei dir hinhauen - Mandy´s Treffen ist 20. bis 22. Januar .... meine Tour startet dann eventuell um den 15. Januar - diesmal mit MEEEEEHR Dolomiten !!! Du musst ja nicht am Winterfahrertreffen mitmachen wenn es dir terminlich zu eng wird.

Verfasst: 09.10.2005, 16:48:29
von redmx
Jochen167 hat geschrieben:Könnte dann bei dir hinhauen - Mandy´s Treffen ist 20. bis 22. Januar .... meine Tour startet dann eventuell um den 15. Januar - diesmal mit MEEEEEHR Dolomiten !!! Du musst ja nicht am Winterfahrertreffen mitmachen wenn es dir terminlich zu eng wird.
Mal sehen. Ich hoffe, ich bekomme nächste Woche die Termine für´s nächste Semester. *hibbel* :-)

Gruß, Markus

Verfasst: 09.10.2005, 16:50:02
von Jochen167
Jacky777 hat geschrieben:Hi Jochen,

ich muß ehrlich gestehen, so einen tollen Bericht habe ich noch nie gesehen !!!

Und die Bilder: jepp, neidvoll guck :-)

LG Jacky
:D Freut mich!!

...Übrigens: meine Alpentouren finden im Sommer und im Winter statt - immer offen .... Beifahrerplätze sind auch fast immer zu vergeben wenn du dich nicht selbst überwinden kannst mitzugasen :wink: oder keinen Roadster hast :twisted:

Edit: hab grad dein Profil gesehen - das mit dem Roadster scheint ja dann klar zu gehen

Verfasst: 10.10.2005, 09:14:25
von Cujo
Hi Jochen,

kann mich da Jacky nur anschließen... ist wirklich ein super Bericht und man bekommt sofort Lust sich ins Auto zu setzen und durchzustarten...und das obwohl ich auch gerade erst 5500Km zurückgelegt habe...Respekt !!
Vielleicht ist ja im nächsten Sommer auch noch Platz für einen S bei so einer Tour. :wink: :lol:

Grüße
Thomas

Verfasst: 10.10.2005, 19:42:12
von andy42
Schöner Bericht Jochen :wink: :) Ich glaube nächstes Jahr wirst Du jeweils zwei Touren planen müssen bei der Werbung :twisted: :wink:


Muss gerade wieder an die Bergauf"schussfahrt" auf den Col d´Izoard
denken, mir zittern schon wieder die Knie... :D :wink:

Verfasst: 11.10.2005, 20:40:08
von Jochen167
andy42 hat geschrieben:Schöner Bericht Jochen :wink: :) Ich glaube nächstes Jahr wirst Du jeweils zwei Touren planen müssen bei der Werbung :twisted: :wink:
Muss gerade wieder an die Bergauf"schussfahrt" auf den Col d´Izoard
denken, mir zittern schon wieder die Knie... :D :wink:
:twisted: Dir zitttern die Knie? Ich dachte es waren die Finger, die beim fotografieren schlapp gemacht haben :wink:

PS: die Tour 2006 steht auch schon fest - noch mehr Kurven als dieses Jahr :D

gibts nicht?? Doch - gibts - mail mich mal an an, die ungefähren Tourdaten stehen schon!!!!! :!:

Problem ist nur: die ganzen Kurven mit wenigstens "etwas" Ruheapusen zu verbinden..... ;-)